About Felix Giesen

Künstlerstatement:

 

Ich werde oft gefragt, wie lange ich für ein „fertiges“ Kunstwerk brauche. Daraufhin versuche ich, den Entstehungsprozess zu beschreiben; ich widme mich einem neuen Werke nicht mit einem festen Konzept oder verstarre meine kreative Konzentration auf einen bestimmten Ausdruck. Es ist vergleichbar mit einem Spaziergang durch einen unbekannten Wald: Man betritt den Wald, lässt sich treiben und richtet seine Aufmerksamkeit auf die Umgebung. Neue unbekannte Eindrücke entstehen, Umstände, Szenarien, mit denen man zwangsläufig interagieren muss. Diese Interaktion ist der Kernpunkt meiner Arbeiten, da ich genau dann das Unbekannte entdecke und eine neue, magischen Situation entsteht, die mit Worten kaum beschrieben werden kann; es ist dieser erstrebenswerte Zustand der von Intuition geleiteten künstlerischen Produktion, der mit den Mitteln der Sprache nicht zu fassen ist. Ausserdem probiere ich mich kontinuierlich kritisch mit meiner Schöpfung auseinanderzusetzen, und immer neue ästhetische und werkreflexive Perspektiven zu gewinnen, die mich in meiner zukünftigen Arbeitsweise leiten sollen.

 

In meinen neuen Arbeiten habe ich mich mit den Phänomenen von Räumlichkeit und Tiefe auseinandergesetzt. Auf Grund der komplexen räumlichen Gestaltung wird dem Betrachter eine breite und ambige Rezeptionsfläche geboten. Um sämtliche Dimensionen der Werke zu erfassen, ist ein unmittelbares Erleben unverzichtbar; erst wenn man die Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln wahrnimmt, und die komplexen Spiele von Licht und Schatten, von Tiefe und Nähe erlebt, gelangen sie zu ihrer vollen Entfaltung. Darüber hinaus bildet die Serie ein Konglomerat verschiedener Schaffensperioden, indem sie aus Inspirationsquellen schöpft, die in enger Verbindung mit meinem Gesamtwerk und meiner künstlerischen Biographie stehen; ich bediene mich also bewusst einiger Kunstwerke aus vergangenen Schaffensperioden, um gleichsam durch Verfahren der Wiederverwertung und der Neu-Interpretation eine höhere Bedeutungsebene zu schaffen; diese neue Sinneinheit bildet sich also dadurch, dass vergangene wie neue Gedanken, Eindrücke und Ideen konzeptionell zusammengefügt werden

pictures taken by @raulnicola